Zschopautal bei Lichtenwalde
Das romantische Zschopautal bei Lichtenwalde
nimmt sowohl landschaftlich als auch historisch eine Sonderstellung ein.
Hier zwängt sich die Zschopau aus dem Flöhaer Becken kommend s-förmig durch das
Frankenberger Zwischengebirge. Zurück zum
Besucherservice oder Zurück zu Wissenswertes

Zwei markante Prallhänge ragen beidseitig des
Flusses empor. Der eine trägt das Schloss Lichtenwalde mit seinem Barockgarten
und Teil des anderen ist der sagenumwobene Harrasfelsen.
Doch nicht nur historisch haben diese Hänge ihren ganz besonderen Reiz,
sondern auch botanisch und geologisch. Einerseits der schattige und kühle
Schlossberghang, andererseits der sonnige und wärmere Harrasfelsen,
beide mit Nebenschluchten, den Fluss begleitende Ufergehölzstreifen
sowie eingebettete Auenwälder und –wiesen bieten auf einem relativ
kleinen Raum ein Wechsel von interessanten Pflanzgemeinschaften, die es
sich lohnt auf Wanderungen durch das Gebiet zu erkunden.
Diese Botanische Vielfalt, die auch die eine oder andere Rarität
enthält, hatte bewirkt, dass Juli 1968 ein Landschutzgebiet (LSG)
„Lichtenwalde“ eingerichtet worden ist, was heute ca. 800 ha umfasst.
Kernstück bildet seit September 1982 das ca. 34 ha große
Naturschutzgebiet (NSG) „Zschopauhänge
bei Lichtenwalde“.

Die Ursachen für die gute Erschließung für den Wanderer kann man
sicherlich in der Historie finden. Die Zschopautalhänge
auf Lichtenwalder Flur wurden um 1800 vom Grafen
Friedrich II. Vitzthum von Eckstädt mit Ufer-
und Höhenwege in einen Landschaftspark umgestaltet. Heute findet man
wieder einzelne restaurierte Staffagen (Friedrichstein, Rastpilz, Försterstein, Harrasdenkmal)
in diesem Waldgebiet. Mit der Anlage des Parks gelangte man auch bequem
auf Lichtenwalder Seite zum Fuße des Harrasfelsen, der mit seiner markanten Gestalt schon
jeher Betrachter in seinen Bann zog. Zurück zum
Seitenanfang

Die 1801 im Chemnitzer Anzeiger erstmals niedergeschriebene Harrassage gibt ihren
Teil dazu. Der Wanderweg auf Braunsdorfer Seite
über den Harrasfelsen wurde 1882 ausgebaut.
„Der herrliche Fußweg, welcher von der Haltestelle Braunsdorf
am rechten Ufer der Zschopau entlang über den Harrasfelsen ... führt, ist … durch Anlegung eines
bequemen Treppenweges von der Schlucht am Tunnel bis zur Höhe des Felsens
erst recht gangbar geworden, während auf dem Harrasfelsen
selbst lauschige Plätze mit Ruhebänken versehen geschaffen worden sind
und vor allem der Aufenthalt am Körnerkreuz ungefährlich gestaltet wurde,
indem am steil nach der Zschopau hin
abfallenden Felsen eine feste Barriere vor dem Sturze in die Tiefe
schützt.“ (Frankenberger
Tageblatt, 27. Mai 1882).

Weitere
interessante Entdeckungen im Zschopautal bei
Lichtenwalde kann man auf einer Tour von Braunsdorf
zur Flöhaer Landbrücke und am anderen Ufer zurück
tätigen. Hier befindet sich eine Vielzahl an Objekten aus der
Technikgeschichte. In der erstmals 1507 urkundlich erwähnten Webermühle
wird heute noch gemahlen. Nur dient die Wasserkraft nicht mehr direkt als
Antrieb, sondern der mit Turbinen erzeugte Strom. Weiter in Richtung Flöha führt der Zschopautal-Radweg
an der Schauweberei Tannenhauer vorbei. Der unter Denkmalschutz stehende
Komplex einschließlich der Trockenterrassen am Hang wurde nach 1800
erbaut und diente als Spinnerei, Färberei, Filzerei
und zuletzt ab 1910 als Weberei. Nach Einstellung der Produktion 1990,
konnte ein Teil der Maschinen erhalten und ab 1994 an diesem alten
Textilstandort in einer Schauweberei präsentiert werden. Ein Besuch lohnt
sich. Zurück zum Seitenanfang

In der ehemaligen Finkenmühle ist eine
Gaststätte mit Kegelbahn. Die Zschopau wird
über die Landbrücke bei Flöha gequert und der
Weg auf der anderen Seite zurück genommen. Man sieht Reste eines 1835
errichteten Floßplatzes und sonst Natur pur. Auf der anderen Flussseite
treten Wehr, Weberei und Mühle von Braunsdorf
wieder ins Blickfeld. Rechts verläuft über eine kurze Wegstrecke eine
Bahnlinie parallel, ehe sie die Zschopau quert
und über das markante rund 255 Meter lange Braunsdorfer
Viadukt mit seinen 24 Bögen führt. Viadukt und der 86 Meter lange Tunnel am Harrasfelsen
sind zwei interessante Bauwerke der Eisenbahngeschichte.

Kulturtouristen,
Naturfreunde, Wassersportler, Technik- und Eisenbahnfreaks, jeder findet
bei uns im Zschopautal Interessantes. Ein Besuch
lohnt sich. Zurück zum Seitenanfang
|