Wissenswertes aus 800 Jahren Geschichte von
Lichtenwalde
1.
Zeittafel Schloss und
Park Lichtenwalde
2.
Der
Große Schlossbrand Walpurgisnacht 1905
3.
Wiedereinzug
in das Schloss Lichtenwalde vor einhundert Jahren
4.
Das Chinesische Zimmer
5.
Die Schlosskapelle
6.
Die Sage
von Harras dem kühnen Springer
7.
Das
Zugunglück am Harrasfelsen
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Lichtenwalde-Seite
Zeittafel Schloss und Park Lichtenwalde
1225 ‑ 1250 findet man die frühesten
Zeugnisse für die Existenz einer Burg Lichtenwalde.
Als
Bauherr ist Markgraf Heinrich der Erlauchte (1221 – 1288) bzw. vor 1227
sein Vormund Landgraf Ludwig der IV. von Thüringen anzunehmen. Zur
Verwaltung bzw. militärischem Schutz wird ein Kastellan eingesetzt.
1280 18. März, auf diesen Tag datiert die erste
urkundliche Erwähnung. Ritter Heidenreich von Lichtenwalde übergibt dem
Kloster Geringswalde eine jährliche Geldrente
für die Erziehung seiner drei Töchter.
1288 entbrennen nach dem Tod des Markgrafen Heinrich der
Erlauchte Rivalitäten um das Erbe. Die Burg befindet sich zeitweise in
Reichsbesitz.
1307 gehört die Burg wieder auf längere Zeit den
Markgrafen von Meißen.
1336 verpfändet Markgraf Friedrich der Ernsthafte das
„feste Haus“ Lichtenwalde an die Meißner Burggrafen. Einige Jahre später
wird dieser Pfandbesitz zum Lehen.
1363 belehnen die Meißner Burggrafen ihrerseits die Ritter
von Honsberg mit der Burg.
1425 Burggraf Heinrich von Meißen verpfändet aus Geldnot Lichtenwalde an seinen
Lehnsherrn, den Kurfürsten von Sachsen.
1426 fällt der letzte aus der Familie der Burggrafen im
Hussitenkrieg. Ab da betrachtete der Kurfürst Lichtenwalde als sein
Eigentum. Belehnt bleibt die Familie von Honsberg.
1439, während die eine Hälfte der Burg als ihr Leibgut vorerst in Besitz der Katharina von Honsberg verbleibt, kommt die andere Hälfte durch
Tauschgeschäfte in gemeinsamen Besitz des Obermarschall Konrad von Stein
und des Hofmeisters Apel Vitzthum von Roßla,
dem es später bis zur erzwungenen Herausgabe 1447 allein gehört.
1446 19. Dezember, im sächsischen Bruderkrieg (1446 bis
1451) ersteigt Kunz von Kaufungen mit seinen Mannen im Auftrag Kurfürst
Friedrich dem Sanftmütige die Vorburg von
Lichtenwalde, an der Hauptburg scheitern sie jedoch.
1447 belehnt Kurfürst Friedrich der Sanftmütige seinen
Feldhauptmann Hermann von Harras und dessen
Bruder Georg für treue Dienste während des Krieges mit der zuvor eroberten
Burg Lichtenwalde.
1450 3./4. August, wird die Burg durch Landgraf Wilhelm
von Thüringen im Sächsischen Bruderkrieg (1446-1451) niedergebrannt,
später erfolgt der notdürftige Wiederaufbau innerhalb der alten Gräben
und Mauern.
1451 nach dem Ableben von Ritter Hermann von Harras fällt
die Herrschaft Lichtenwalde seiner Witwe Ilse als Leibgut
zu, seine 4 Söhne müssen die zu leistenden Lehnsdienste verrichten.
Lichtenwalde bleibt bis 1561 in Besitz derer von Harras.
1499 stirbt Untermarschall und Amtmann Dietrich von Harras. Auf ihn soll die Sage "Harras der kühne Springer" zurückgehen, die seit
Theodor Körners Ballade zum deutschen Sagenschatz gehört. Sein
Grabdenkmal befindet sich in der Stiftskirche Ebersdorf.
1550 werden die Gebäude der Hauptburg erneuert, die Vorburg bekommt schlossähnlichen Charakter.
1561 verstirbt mit Eustachus
der Letzte aus der Familie von
Harras auf Lichtenwalde ohne männliche Erben,
der Lehnbesitz fällt an den Kurfürsten zurück.
1562 wird das kurfürstliche
Amt Lichtenwalde gegründet. Es besteht aus Lichtenwalde, Ober- und Niederwiesa, Braunsdorf,
Ebersdorf, Ortelsdorf, Ober- und Niederlichtenau,
Merzdorf, Ottendorf, Oberauerswalde, Obergarnsdorf,
Gückelsberg.
1619 gibt es einen Kurfürstlichen Befehl zum Abbruch der
alten Hauptburg, bis auf Kapelle und Bergfried.
1620 ‑ 22 wird die Kapelle umgebaut.
Um 1629 dokumentiert Dilich in
einer Federzeichnung das
Aussehen der Gebäude von Rittergut und Schloss.
1662 / 1687 ist Amt Lichtenwalde an die Brüder Georg Wolf und Georg Carl von Carlowitz verpachtet.
1694 bekommt die Familie von Bünau
vom Kurfürst Johann Georg IV die Herrschaft Lichtenwalde und 20 000 Taler
als Gegenwert für den Verzicht auf Pillnitz.
1719 kauft Jakob Heinrich Graf von Flemming Lichtenwalde
mit dem Plan ein Fräuleinstift zu errichten. Drei Jahr später veräußert
er jedoch das Anwesen weiter an Christoph Heinrich Graf von Watzdorf.
1722 ‑ 1726 entsteht nach Teilabriss
des Vorgängerbaus eines Schloss im Barockstil.
1730 ‑ 1737 sein Sohn und Erbe
Friedrich Carl Graf von Watzdorf lässt den vorgelagerten "Großen
Garten" in eine spätbarocke Gartenanlage umgestalten.
1764 Sophie Henriette Gräfin von Watzdorf,
geborene Vitzthum von Eckstädt, (1701-1772)
wird Universalerbin ihres verstorbenen Mannes Friedrich Carl.
1767 zeichnet Luther einen Bestandsplan vom
Schlossgarten.
1772 tritt Ludwig Siegfried nach Ableben seiner
Schwester das von ihr gestiftete Majorat an.
Die Eigentümer auf Lichtenwalde in Folge (bis zur Enteignung
1945):
Stifterin 1764
‑ 1772 Henriette
Sophie Gräfin von Watzdorf, geb. 1701
1. Majoratsherr 1772 ‑
1777 Ludwig Siegfried
I., geb. 1716
2. Majoratsherr 1777 ‑
1803 Friedrich II.
August, geb. 1765 *
3. Majoratsherr 1803 ‑
1854 Otto I. Rudolph,
geb. 1795 *
4. Majoratsherr 1854 ‑
1860 Albert I.
Friedrich, geb. 1797
5. Majoratsherr 1860 ‑
1870 Albert II,
Siegfried, geb. 1848 *
6. Majoratsherr 1870 ‑
1936 Otto Friedrich
III., geb. 1855 *
(*
Bis zur Volljährigkeit unter Vormundschaft)
Erbe lt. Testament 1936 – 1943 Otto Siegfried Il., geb.
1904
Nacherbe lt. Testament 1943 – 1945 Carl
IV. Hermann, geb. 1882
1794 ‑ 1803 Graf Friedrich II.
veranlasst wesentliche Umgestaltungen im Schlossgarten
Um 1900 überformt Otto Werner Teile des Schlossgartens, u.
a. Mittelgarten, Bachlauf unterhalb Neues Stück.
1905 ‑ 1908 entsteht nach einem Schlossbrand (in der Nacht vom 30. April zum 01.
Mai 1905) unter Leitung von Hofbaurat Frölich
aus Dresden ein Schloss im Stil des Neobarock, angelehnt an altbekannte
Formen.
1945 erfolgt am 13. Juli die Beschlagnahmung des
Schlosses durch die Roten Armee. 170 Personen müssen das Gebäude
verlassen. In der Folgezeit wird es leer geräumt.
1946 ‑ 1989 wird der inzwischen
gemeindeeigene Park von örtlichen Natur- und Heimatfreunden gepflegt.
1948 ‑ 1969 dient das Schloss als TB-Kurheim, später
als TB-Heilstätte.
1972 ‑ 1990 befindet sich im Gebäude eine
Schulungsstätte der Bezirksakademie des Gesundheitswesens.
1990 ‑ 2003 kann der Schlossgarten mit
Fördermitteln umfangreich saniert werden. Treppenanlagen und Wasserbecken
werden erneuert, Fontänenanlagen und Leitungen
modernisiert, figürlicher Schmuck ergänzt, Alleen und Hecken verjüngt
bzw. nachgepflanzt.
1991 ‑ 1996 Der Freistaat betreibt eine
Schulungsstätte im Schloss.
1998 erfolgt ab September die Zuordnung des Schlosses
Lichtenwalde dem Schlösserverbund mit Augustusburg
und Scharfenstein. Es beginnen die
Sanierungsarbeiten.
1999 gibt es eine Teileröffnung mit ersten Museen und
damals privaten Pächtern von Räumen.
2003 ist die Restaurierung des Barockgartens u. der
Außenfassade des Schlosses weitgehend abgeschlossen.
2008 wird Ostern die restaurierte Kapelle geweiht.
2010 wird im März das komplett
restaurierte Schloss nach Neustrukturierung mit Museums- und
Ausstellungskomplex sowie Gastronomie den Nutzern übergeben.
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